Alexander von Parseval
Liebe Börsianerinnen und Börsianer,
Sie kennen diesen Spruch: Ein Unglück kommt selten allein.
An der Börse freilich existiert davon auch eine umgekehrte Version. Die geht ungefähr so: Also entweder ist alles schlecht und uns wird noch nicht einmal eine kleine gute Nachricht gegönnt.
Oder die guten Nachrichten kommen im Doppel- und Dreifach-Pack daher, wie zuletzt in den Branchen Assekuranz und Platinmetalle.
So meldeten in diesen Tagen alle „unsere“ drei Versicherer aus Dividenden- und Trenddepot Rekordzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Und jetzt die zweite gute Nachricht:
Alle drei erhöhen jetzt nicht nur (logischerweise) die Dividende, sondern tun es auch noch in rekordähnlichen Dimensionen. So wird Münchener Rück für Sie auf die schon zuvor stattliche Dividende von 20 Euro pro Aktie nochmals 20 % „draufpacken“.
Starke Metallpreise, Gewinnwachstum und ein US-Zoll
In der Edelmetall-Branche haben wir in dieser Woche eine nahezu perfekte Nachrichtenlage erlebt. So ziehen die Preise für Gold, Platin oder Palladium wieder aufwärts und deuten ein Ende der Korrektur der Metallnotierungen an. Das war schon einmal die halbe Miete.
Zudem haben sich die Investoren an die letzten Geschäftszahlen der Sibanye-Stillwater und anderer Minen-Unternehmen erinnert, und diese starken Zahlen nachträglich abgefeiert. Und in dieser für uns als Sibanye- oder Impala-Aktionär ohnehin schon sehr angenehmen Situation kommt dann auch noch das US-Handelsministerium daher und verhängt einen Zoll gegen russische Palladium-Einfuhren. Lassen Sie mich witzeln: Das ist der erste US-Zoll, der unseren Depots hilft.
Die letzte Nachrichtenbeigabe hätten wir eigentlich gar nicht mehr gebraucht, sondern vielleicht im Sinne eines ausgewogenen Nachrichtenstroms lieber auf die kommende Woche verschoben. In dem Sinne holen Sie sich jetzt in den Updates die geballte Dröhnung der guten Nachrichten.
Einem entspannten Wochenende steht diesmal also nichts entgegen. Dazu von meiner Seite die besten Wünsche!
Alexander von Parseval
P.S.: Bitte beachten Sie, dass ich Ihnen in dieser Woche am Mittwoch (25. Februar) außerhalb der regulären Erscheinungsweise des Parseval eine Zwischenmeldung zur Aktie der Novo Nordisk habe zukommen lassen.
Updates: Impala, Sibanye, Münchener Rück, Allianz, Swiss Re, Keurig Dr. Pepper
Platinaktien in perfekter Nachrichtenlage gesucht
In dieser Woche zogen die Minenaktien der Impala Plat sowie Sibanye Stillwater jeweils prozentual zweistellig aufwärts. Damit reagierten die südafrikanischen Aktien auf den Auftrieb der Platin- und Palladiumpreise, die sich im gleichen Zeitraum um 9 bzw. knapp 6 % verbesserten. Mehr noch: Die Papiere profitieren von einigen Detailnachrichten, die sich zuletzt perfekt kombiniert und gegenseitig verstärkt haben.
Palladium in USD
Chartkommentar: Anfang Februar setzte Palladium abrupt um rund 20 % zurück. Der Rückgang ist noch nicht kompensiert. Dennoch gilt: Ungeachtet des bösen Rücksetzers bleibt der Aufwärtstrend – hier grün eingezeichnet – intakt.
So wird das USA-Handelsministerium einen Importzoll auf russische Palladium-Importe in Höhe von 132 % verhängen. Damit ist russisches Palladium vom US-Markt faktisch verdrängt und der Weg ist frei für Sibanye-Stillwater. Kurz zum Hintergrund: Sibanye betreibt im US-Bundesstaat Montana die Mine Stillwater, die überwiegend Palladium fördert. Und genau hier wird man nun die Produktion hochfahren, um den Ausfall der Russen zu kompensieren.
Börse feiert Sibanye-Zahlen nachträglich
Sibanye-Stillwater hat in der vergangenen Woche Geschäftszahlen aus dem abgelaufenen Jahr vorgelegt. Dabei konnten die Südafrikaner jede relevante Kennzahl um mindestens 100 % verbessern. So steigerte man den operativen Gewinn im Segment Gold um 114 %, die Platinmetelle lieferten 125 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.
Vor diesem Hintergrund wird das Unternehmen nun erstmals seit 3 Jahren auch wieder eine kleine Dividende von umgerechnet 7 Euro-Cent pro Aktie ausschütten. Zahltag hier: 23. März.
Die starken Zahlen fanden in der vergangenen Woche noch keine besondere Beachtung, da die Investoren noch unter dem Eindruck der jüngsten Korrektur der Edelmetallpreise standen. Jetzt ist aber Zuversicht im Markt, dass die Korrektur beendet ist, und folglich finden auch die Geschäftszahlen der Sibanye nachträglich Beachtung.
Bitte beachten Sie, dass Impala Plat am 5. März endgültige Geschäftszahlen vorlegen. Ausweislich der vorläufigen haben die Südafrikaner ihren Gewinn pro Aktie um rund 400 % gesteigert. Auch diesen Sachverhalt haben die Investoren in dieser Woche gefeiert.
Ich bin zuversichtlich, dass wir nun in den zweiten Teil der Metalle-Hausse starten werden. So hat auch Gold – der Taktgeber der Branche – inzwischen wieder Fuß gefasst. Also gilt: Sibanye und Impala unbedingt weiter halten!
Münchener Rück und Allianz heben Dividende spürbar an
Die Bayern der Münchener Rück und Allianz sind großzügig und heben nach dem Rekordjahr 2025 die Dividenden um 20 bzw. 15 % an. Zudem haben die Versicherer Geld für umfassende Aktienrückkäufe. Der Reihe nach.
Münchener Rück konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Gewinn um 7 % auf 6,1 Milliarden Euro ausbauen. Deshalb wird man auch die Dividende pro Aktie von 20 auf 24 Euro erhöhen. Gerechnet auf den Einstandskurs des Dividendendepot schafft die Assekuranz-Aktie damit eine Dividendenrendite von ziemlich genau 12 %.
Mehr noch: Zudem werden die Münchener eigene Aktien im Wert von bis zu 2,25 Milliarden Euro zurückkaufen. Addiert man das zur Dividende, lässt uns das Unternehmen direkt und indirekt deutlich über 5 Milliarden Euro zukommen. Das ist sehr gut.
Das war nicht so gut: In der zurückliegenden Erneuerungsrunde (Januar) musste der Rückversicherer im Schnitt einen Rückgang der Prämie pro versichertem Risiko in Höhe von durchschnittlich 2,5 % hinnehmen. Hier gilt: Die Branche hat die Gefahr Naturkatastrophe zunehmend im Griff, sodass im entsprechenden Sachgeschäft zunächst keine Prämiensteigerungen mehr möglich sind.
Die Prognose: Die relative Schwäche im Sachgeschäft (Naturkatastrophen) wird das Unternehmen anderweitig ausgleichen. So will man auch heuer noch wachsen und kalkuliert mit einem Gewinn in Höhe von 6,3 Milliarden Euro.
Mein Fazit: Die ganz fetten Jahre der Assekuranz-Branche sind erwartungsgemäß nun vorüber. Folglich stufe ich die Aktie der Münchener Rück nun auf Halten zurück.
Einen Verkauf der Aktie schließe ich allerdings weiterhin kategorisch aus, denn die (erhöhte) Dividende verschafft uns unabhängig von der Marktentwicklung einen garantierten Kapitalrückfluss. Zudem gehe ich davon aus, dass ungeachtet der kleinen Schönheitsfehler des Zahlenwerks die Dividende weiter jährlich steigen wird.
Allianz ebenfalls mit historischem Rekordgewinn
Auch der Erstversicherer Allianz hat 2025 erfolgreich abgeschnitten und meldete für diesen Zeitraum einen operativen Gewinn in Höhe von 17,4 Milliarden Euro und damit so viel wie noch nie zuvor in seiner Unternehmensgeschichte. Also fährt man auch die Dividende von 15,40 auf 17,10 Euro spürbar hoch.
Für Sie bzw. auf Basis des Einstandskurses Trenddepot errechnet sich damit eine Dividendenrendite in Höhe von 8,5 %. Obendrauf satteln die Allianzler noch einen Aktienrückkauf im Wert von 2,5 Milliarden Euro. Das Programm startet noch im März und soll spätestens im Dezember abgeschlossen werden.
Ähnlich wie bei Münchener Rück enttäuscht auch hier der Ausblick 2026. Danach rechnet der Erstversicherer in einem mittleren Szenario mit einem operativen Gewinn auf Vorjahresniveau, also 17,4 Milliarden Euro.
Allianz in EUR
Chartkommentar: Die Aktie der Allianz strebt seit Ende 2022 stabil und trendtreu aufwärts. Daran wird sich meines Erachtens auch nicht ganz viel ändern. Aus fundamentaler Sicht wäre es allerdings logisch, wenn sich der Aufwärtstrend in diesem Jahr etwas abflacht.
Die Allianz-Aktie bleibt für Sie eine attraktive Halten-Position.
Der Vollständigkeit halber will ich auch noch kurz die Swiss Re erwähnen. Deren Geschäftszahlen sind sehr ähnlich wie diejenigen der deutschen Konkurrenz ausgefallen. Folglich werden auch die Eidgenossen die Dividende um 9 % auf 8 USD pro Aktie anheben.
Das entspricht einer Dividendenrendite in Euro umgerechnet von 7,5 %. Hier wird die Rechnung natürlich beeinflusst vom zuletzt schwachen US-Dollar, der Ihre Auszahlung in Euro oder Franken schmälert. Immerhin zuletzt war die US-Währung wieder stabil. Ich wäre auch nicht ganz überrascht, wenn der US-Dollar im laufenden Jahr positiv überraschen würde. Der Ausverkauf des vergangenen Jahres war schon dramatisch und möglicherweise übertrieben.
In jedem Fall gilt: Swiss Re unverändert halten!
Keurig Dr. Pepper mit starkem Umsatzwachstum
Der Getränkehersteller Keurig Dr. Pepper hat im abgelaufenen Quartal den Umsatz überraschend stark um 10,5 % gesteigert. Rechnet man positive Währungseffekte heraus, die das Unternehmen nicht als eigene Leistung für sich beanspruchen kann, liegt das Wachstum immer noch bei 9,9 %.
Vor allem im Vergleich zur Konkurrenz überrascht Keurig. In der folgenden Übersicht habe ich das Umsatzwachstum unbereinigt sowie bereinigt der drei führenden Getränkehersteller im Vergleich dargestellt. Es wird offensichtlich, wie gut das Unternehmen zuletzt gewirtschaftet hat.
Keurig Dr Pepper PepsiCo Coca-Cola
Umsatzwachstum: +10,5 % +5,6 % +2,0 %
Organisches Wachstum
ohne Währungseffekte: +9,9 % +2,1 % +5,0 %
Den Gewinn pro Aktie konnte der Getränkehersteller freilich nur moderat verbessern. Man meldete einen Quartalsgewinn pro Aktie in Höhe von 0,60 USD nach zuvor 0,58 USD. Unter dem Strich verbesserte sich die US-Aktie auf Wochensicht um über 4 %.
Ich warte die Aufspaltung ab
Was plane ich hier? Insgesamt konnte die Getränke-Aktie im vergangenen Jahr nicht überzeugen und liegt als einzige Position des Dividendendepots im Minus. Gleichwohl plane ich kurzfristig noch keinen Nachkauf. Warum nutze ich das günstige Kursniveau nicht?
Im April wird Keurig den Kaffeehersteller JDE Peet´s übernehmen. Das niederländische Unternehmen agiert im Markt der Heißgetränke und produziert zum Beispiel Kaffee unter bekannten Marken wie Jacobs, Senseo oder Tassimo. Auch das Süßungsmittel Natreen stammt von den Niederländern.
Nach der Übernahme wird sich das Unternehmen in zwei börsennotierte Einheiten namens Beverage Co (Erfrischungsgetränke) sowie Global Coffee Co (Kaffee und Tee) aufspalten. Die Keurig-Aktie wird dann entsprechend einer noch festzulegenden Quote in die Aktien der beiden genannten Unternehmen getauscht.
Sobald die Transaktion abgeschlossen ist, habe ich mehr Klarheit und kann dann entscheiden, welche der beiden Aktien wir nachkaufen. Bis dahin stufe ich Keurig Dr. Pepper als Halten-Position ein.
7%-Dividendendepot
NextGeneration-Depot
Trenddepot

