Empfehlung 16.10.24

Lithium vor großem Comeback – Wir holen Albemarle zurück

 

Können Sie sich noch an den Lithiumförderer Albemarle erinnern? Im Oktober 2020 haben wir damals in den Premium Chancen deren Aktie angeschafft. Anschließend brach die Aktie durch die Decke und hat uns in der Spitze – im letzten Teilverkauf – binnen von nur 2 Jahren 205 % Kursgewinn beschert. Inklusive Dividenden haben Sie damals sogar 218 % verdient.

Diesen Coup möchte ich nun gemeinsam mit Ihnen wiederholen. Die aktuelle Marktkonstellation ähnelt ganz offensichtlich derjenigen von Ende 2020. Damals kostete hochreines Batterie-Lithium deutlich unter 10 USD pro Kilogramm. Das tut es aktuell ebenfalls. Die Albemarle-Aktie haben wir damals für 94 USD erworben. Zuletzt kostete die US-Aktie in New York 98 USD. Frappierend dieses Déjà-vu, oder?

Was macht Albemarle?

Aber der Reihe nach! Zunächst habe ich ein kleines Unternehmensporträt für Sie, damit wir alle auf dem gleichen Informationsstand sind. Albemarle gehört gemeinsam mit der chilenischen Sociedad Quimica y Minera de Chile (SQM) zu den marktführenden Lithiumförderern. Man baut vor allem im südamerikanischen Lithiumdreieck – Chile, Argentinien, Bolivien – aus dem Salar de Atacama ab. Diese Solevorkommen lassen sich sehr preisgünstig abbauen.

Ferner fördert man aus zwei Minen in Australien. Dort extrahiert das US-Unternehmen Lithium aus dem Hartstein Spodumen. Diese Produktion ist etwas teurerer als die Lithiumgewinnung aus den südamerikanischen Salzseen. Insgesamt dürfte Albemarle minen-übergreifend momentan das Kilogramm zu knapp 15 USD fördern.

Daneben produziert das US-Unternehmen Brandhemmer auf Brom-Basis. Brom wird unter anderem Textilien und Kunststoffen beigesetzt, die im Innenraum eines Autos verbaut werden. Der Hintergrund: Im Falle eines schweren Unfalls brennt der Pkw nicht sofort lichterloh. Auch schaumstoffbasierte Dämmmaterialien, die im Hausbau zum Einsatz kommen, sind immer mit Brandhemmern angereichert.

Außerdem entwickelt und produziert die Albemarle-Tochter Ketjen Katalysatoren, die chemische Reaktionen beschleunigen. Rund 80 % der chemischen Produkte werden mindestens einmal katalysiert. Das Brom- und Katalysatoren-Geschäft der Albemarle ist ziemlich stabil und stand 2023 für rund 25 % des Konzernumsatzes. 

Lithium-Preis im Keller – Jetzt geht es aufwärts

Ungeachtet dieser Nebenaktivitäten dürfen wir als Börsianer Albemarle als reinrassigen Lithiumförderer nehmen. Für das US-Unternehmen ist die Entwicklung der Lithiumpreise also hochgradig kursrelevant. Schauen wir uns die Preisentwicklung des Batteriemetalls an!  

Lithium in CNY

Chartkommentar: Dieser Berg, den Sie hier sehen, ist der „Erste Lithiumboom“, auf den – wie immer – dann ein tiefes Tal folgte. Ab jetzt wird es wieder bergauf gehen. Warum?

 

Wie ich bereits eingangs dargelegt habe, bilden Rohstoffe – wie z.B. Lithium – regelmäßig extreme Hoch- und danach schlimme Tiefpreise aus. Darauf folgt dann ganz logisch die nächste Preisrallye. Mittlerweile verdichten sich die Vorzeichen für den zweiten Lithiumboom. Ich greife zwei zentrale Ereignisse der letzten Wochen beispielhaft für viele andere heraus.

Produktionskürzungen in China: Der marktführende E-Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology (CATL) wird eine der größten chinesischen Lithium-Minen in der Provinz Jiangxi schließen. Mit dieser Maßnahmen wird man rund 6 bis 8 % der chinesischen monatlichen Lithiumproduktion vom Markt nehmen. Ferner prüft CATL die Stilllegung einer von insgesamt drei Produktionsstraßen zur Aufbereitung des Rohlithiums.

Zum Hintergrund: China verfügt über enorme Lithiumvorkommen. Aber: Die chinesischen Förderer wie CATL und Ganfeng extrahieren sehr teuer aus dem Hartgestein Leopolith. Nach meiner Einschätzung sind die Chinesen bis auf Weiteres nicht konkurrenzfähig und werden kurzfristig eher weitere Kapazitäten abbauen. Ein klarer Turbo für den Lithiumpreis bzw. für die Aktie der Albemarle.

Der Konkurrenzdruck im Markt nimmt ab

Preisturbo Nr. 2: Der Rohstoff-Multi Rio Tinto wird den mittelgroßen Lithiumförderer Arcadium – Fusion aus Allkem und Livent – für 6,7 Milliarden USD übernehmen. Natürlich wird durch diese Übernahme die Produktionskapazität im Markt nicht verkürzt. Vielleicht sogar im Gegenteil: Rio Tinto hat sehr tiefe Taschen und hat erklärt, Arcadium will man langfristig stark machen, weil man an Lithium glaubt.

Trotzdem: Künftig werden die Autobauer wie Tesla, VW oder BYD nicht mehr mit unzähligen Lithiumförderern verhandeln können, sondern letztlich nur noch mit einem Trio aus Albemarle, SQM und Rio Tinto/Arcadium. Anders formuliert: Der Markt bereinigt sich, und die Förderer holen sich allmählich Preissetzungsmacht zurück.

Deutsche Diskussion zu emotional – Das sind die Fakten

Wenn ich momentan die bundesdeutsche Diskussion rund um das E-Auto mitverfolge, habe ich den Eindruck: E-Mobilität ist ein großer technologischer Irrtum. Eigentlich wollen wir alle weiter Benziner und Diesel fahren. Das mag auch so sein, und ich selbst hänge auch sehr an meinem Benziner.

Dennoch, diese Diskussion verstellt unseren Blick für die globale Marktrealität. Tatsache ist, dass jährlich weltweit immer mehr E-Autos verkauft werden. 2023 wurden über 14 Millionen Einheiten abgesetzt (+35 %), Und dieser Trend hält unvermindert an. So waren im 2. Quartal 2024 bereits 37 % der Neuwagen mit einem elektrischen Motor ausgestattet. Insgesamt wuchs der Absatz in diesem Zeitraum nochmals um 21 %.

Mittlerweile wirkt sich der Preisverfall für Lithium zunehmend günstig auf die Batteriepreise bzw. auf den Gesamtpreis der E-Autos aus. Das führt dazu, dass viele Stromer jetzt schon in China in der Anschaffung billiger sind als ein vergleichbar leistungsfähiger Verbrenner.

Folglich steigt auch die Nachfrage nach Lithium beharrlich. Jetzt stellen Sie sich logisch die Frage: Wieso, Herr v. Parseval, konnte dann der Lithiumpreis derart zurückgehen, wenn die Nachfrage so „toll“ ist?

Die Antwort ist einfach: 2021/22 galt Lithium als das ultra-seltene Metall schlechthin. Ich kann mich noch gut an Berichte erinnern, in denen erzählt worden ist, die Lithiumknappheit verhindert die flächige Verbreitung der E-Mobilität. Folglich haben die Förderer die Produktion übermäßig ausgeweitet. Diese haben Albemarle, SQM und Co. seit 2020 um 118 % ausgeweitet. Also sackte der Lithiumpreis trotz der starken Nachfrage seitens der Autobauer und Batteriehersteller ab.

Hier schließe ich meine Argumentation für die Aktie der Albemarle: Das Überangebot im Markt wird zunehmend zurückgehen, während die Nachfrage steigen wird. Hier sind Prognosen im Markt, nach denen die Lithium-Nachfrage bis 2030 um 150 % steigen wird.

Ich erwarte große Marktwende und einen Verdoppler der Aktie

Lithium steht nach einem bisher beispiellosen Preisverfall vor einem großen Comeback. Die Förderkapazitäten sind in den vergangenen Quartalen vor allem in China spürbar reduziert worden. Gleichzeitig markiert die milliardenschwere Übernahme der Arcadium eine Bereinigung und Konzentration auf der Angebotsseite. Diese beiden Faktoren – auch noch für uns in perfekter Kombination – sprechen für eine umfassende Marktwende.

Meine Erwartungen an die Aktie der Albemarle sind hoch. Wenn meine Marktprognose eintrifft, wird sich die Aktie in den nächsten 12 bis 24 Monaten mindestens verdoppeln.

Albemarle: Hier wird die Dividende immer erhöht

Das US-Unternehmen wird im laufenden Jahr aufgrund des massiven Preisrückgangs bei Lithium einen Verlust von voraussichtlich rund 840 Millionen USD erleiden. Gleichwohl wird man weiterhin Dividende auszahlen und diese auch wie bisher jährlich erhöhen. Insgesamt erhöht Albemarle als sog. Dividendenaristokrat seit 1993 die Dividende prinzipiell jährlich.
Die Dividendenpolitik des Minen-Unternehmens ist ausgesprochen langfristig angelegt und glättet die für das Geschäftsmodell typischen Gewinnschwankungen. Dabei zahlt der Lithiumförderer in Boomjahren weit weniger aus als betriebswirtschaftlich möglich. Dafür kann dann die Dividende selbst in schwachen Jahren weiter planmäßig erhöht werden, weil man zuvor gezielt Dividenden zurückgehalten hat.

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